Ich wollte immer schon ein Fernrohr haben. Nachdem ich mich ein wenig schlau gemacht habe, habe ich bei Ebay zugeschlagen und einen gebrauchten Newton erstanden. Das Vixen RS150S hat mit 150 mm Spiegeldurchmesser bei 750 mm Brennweite ein Öffnungsverhältnis von 1:5, was meinen fotografischen Ambitionen mit einer Digitalkamera entgegenkommt.

Der Vorteil der Digitalfotografie ist der, daß die Belichtungszeiten relativ kurz sind - mehr als 15 Sekunden macht die G5 nicht. Deshalb kann ich die Nachführung einfach unkorrigiert laufen lassen und kann eventuelle Fehler beim Addieren der Bilder korrigieren. Wenn man nun mehrere Einzelbelichtungen addiert oder auch multipliziert, dann ergibt sich trotzdem eine Grenzgröße von etwa 12 mag, was bereits für eine riesige Menge von Objekten reicht.

Im Gegensatz zu den Städtern habe ich als Bewohner einer dünnbesiedelten Gegend den Vorteil eines dunkleren Himmels. Leider ist auch in der Eifel der Himmel selten so dunkel, daß man die Milchstraße sehen kann. Zum Beobachten muß ich außerdem vom Tal auf den nächsten Berg fahren, was aber nur fünf Kilometer sind. Die Himmelsaufhellung ist auf dem Bild meines Beobachtungsplatzes deutlich zu sehen. Noch dazu ist bei Beobachtungen im Winter ziemliches Durchhaltevermögen und technische Aufrüstung gefragt. Ohne Taschenöfchen und beheizte Schuhe hält man die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt nicht solange aus, bis man alles aufgebaut hat. Wenn es ganz schlimm kommt, bildet sich Rauhreif auf Teleskop und Ausrüstung. Dann gibt es noch eine Reihe von Faktoren, die dem Sternfreund die Arbeit vermiesen wollen: Bewölkung, Seeing (Luftunruhe) und natürlich der Mond, der die Hälfte der Zeit am Himmel steht und damit Deep-Sky-Beobachtung unmöglich macht. Ein Bild wie das vom Saturn rechts ist nur bei besten Bedingungen zu machen und stellt für einen sechszöller wohl das erreichbare Optimum dar. Jeder wünscht sich ein größeres Teleskop, aber die Anzahl der Nächte, in denen man die mögliche Auflösung auch nutzen kann, ist sehr, sehr klein. Der Orionnebel ist übrigens der Beweis dafür, dass man mit einer digitalen Kompaktkamera auch Gasnebel fotografieren kann.

Die sonst übliche Okularprojektion ist mit einer Kompaktkamera nicht möglich. Deshalb verwende ich ein paar Zusatzteile von Baader Planetarium, die die Frontlinse der Kamera bis auf ein paar Zehntel Millimeter an ein 25 mm-Plössl mit extra großer Linse heranbringen. Dort, wo maximale Brennweite gefordert war, wie am Saturn, habe ich statt des 25mm ein 7,5 mm-Okular genommen. Dies dürfte dann einer KB-Äquivalentbrennweite von 20 Metern entsprechen. Die meisten anderen Bilder sind bei der Mindestvergrößerung von etwa 1 Meter Äquivalentbrennweite entstanden. Das Problem ist nur die Scharfeinstellung, da ein optisches Scharfstellen vor dem Anbau der Kamera nicht genau genug ist. Geholfen hat dann ein Verfahren, bei dem man auf einen hellen Stern scharf stellt. Das spezielle Problem ist nämlich, daß nur die hellsten Sterne auch im Display der Kamera zu sehen sind. Dann kann aber mit manueller Scharfeinstellung und maximalem Zoom auf den Stern scharf gestellt werden.

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